Welcher RAW-Entwickler ist der Richtige für meine Sony?

Browse By

In den letzten Wochen hab ich mir so meine Gedanken gemacht, welcher RAW-Entwickler am Besten mit den Sony RAW`s klar kommt. Klar man hat von Anfang an irgendwo seine Präferenzen, mit welchen Programm man am Besten klar kommt, bei welchen es die meisten Tutorials gibt, das Budget spielt eine Rolle, usw. Mir war es bei diesen Vergleich eher wichtiger, was die Farbtreue und der Algorithmus hinter den einzelnen Programmen betrifft.

Eines Vorweg, mir ist natürlich bewusst, das nicht jeder zwingend seine Bilder nachbearbeiten will und deswegen gleich in JPEG fotografiert. Will man aber ein wenig mehr aus den Aufnahmen rauskitzeln, dann führt kein Weg zumindest an RAW-Entwicklern vorbei. Also gleich mal ein paar bekannte Namen auf den Mac runter geladen: Adobe Lightroom (hatte ich sowieso schon in der Creative Cloud dabei), mein Standardprogramm Capture One Pro 10 (Zu dem es schon ein paar YouTube Tutorials von mir gibt), DxO Optics Pro 10, den Neuling ON1 Photo und zu guter Letzt noch den Image Data Converter von Sony.

Für den Test importiere ich einfach ein paar Bilder und sehe mir an, wie die Bilder vom jeweiligen Programm interpretiert werden und exportiere diese Versionen gleich unbearbeitet als JPEG. Anschließend bearbeite ich die Bilder jeweils nach meinen Vorgaben. Schlichter Test also, ich könnte zwar etwas zu den Algorithmus dahinter schreiben, aber jetzt mal ehrlich, wen interessiert das wirklich? Ich als Fotograf will meine Bilder bestmöglich bearbeiten können und möchte mir nicht unbedingt Gedanken machen, was dahinter eigentlich so läuft. Aber der Reihe nach.

Was ist überhaupt RAW?

Oft als digitales Negativ bezeichnet, ist das RAW (englisch für „roh“) das Rohdatenformat von Kameras, bei denen die aufgenommen Daten weitgehend ohne Bearbeitung auf das Speichermedium gebannt wird. Genau genommen ist ein RAW-Bild kein Bild, da es einfach nur Farb- und Helligkeitswerte von einzelnen Pixeln und einige Informationen der Kamera aufnimmt. Deshalb müssen diese Datei zwingend mit einen RAW-Entwickler bearbeitet werden.

Obwohl sich grundlegend die Funktionsweisen der Bildsensoren der Kamerahersteller nicht wesentlich voneinander unterscheiden, hat sich bisher noch kein Standard etabliert, weswegen es unterschiedliche, herstellerspezifische Varianten gibt.

JPEG oder RAW?

Während man beim RAW-Format sein Bild entwicklen muss, übernimmt das bei einen JPEG eure Kamera, genauer gesagt der Algorithmus, den sich irgendein Ingenieur mal eingebildet hat.

Um es mit einen Kuchen zu vergleichen: Während man beim JPEG-Bild einen fixfertigen Kuchen bekommt, bei dem man schon Qualitätsverluste hat, wenn man etwas Kakao hinzugeben will, kann man bei einen RAW-Format selbst bestimmen wieviel Butter, Kakako, Nüsse, und was nicht noch alles in einen Kuchen enthalten ist, kommt.

Warum im RAW-Format fotografieren?

Wenn man mich fragt gibt es wohl außer in der Reportage- oder Sportfotografie wohl keinen Grund dafür, das man nicht in RAW fotografiert, eben weil man sich selbst zu sehr von den eigentlichen Möglichkeiten seiner Kamera beschneidet. Selbst Smartphones haben heutzutage schon die Möglichkeit, Bilder in RAW aufzunehmen und das tlw nicht einmal so schlecht wie Nicolas Milchstraßen-Bild mit dem HUAWEI P9 beweist:

Selbst Smartphones können RAW | Milchstraßen-Panorama by Nicolas Müller mit dem Huawei P9

Wenn man also die Möglichkeit hat, dann sollte man auch das Potential dahinter nutzen, am Beispiel der RAW-Entwickler hier im Test spielt das Budget keine Rolle, vom Abo-Modell bis hin zum Open Source-Programm ist alles dabei.

Kameraseitig vorbearbeitete Rohdaten

Trotz dessen, das man ein Rohdatenbild als unverfälschte Aufnahme versteht, führen Kamerahersteller zunehmend auch im RAW eine kamerainterne Bearbeitung durch, deren Details ähnlich wie die Verarbeitung er JPEG-Dateien in der Regel nicht offengelegt werden. Das kann folgende Gründe haben:

  • Die Annahme, dass RAW-Entwickler wenige Informationen über die Kamera und das Objektiv besitzen bzw nutzen und so das Fehlerkorrekturpotential nicht komplett genutzt wird.
  • Verschleierung der Schwächen von Objektiven (Schärfe | Vignettierung | Verzeichnung) und Kamerasensoren (Hotpixel | Rauschverhalten)
  • Bei modernen Sensoren mit Phasen-Autofokus müssen die entsprechend genutzten Bereiche interpoliert werden.
  • Hardware-basierte Methoden sind unter Umständen schneller als Software-basierte Rechenverfahren.

Seit einiger Zeit gibt es unter anderem mit OpenRAW.org Bestrebungen, die Kamerahersteller zur uneingeschränkten Offenlegung von Rohdatenformaten, was Anwender ermöglichen soll, auch in vielen Jahren seine Rohdaten bearbeiten zu können oder selbst ein Programm zur Unterstützung der mittlerweile alten Formate schreiben zu können. Selbst Adobe verfolgt mit dem DNG-Format („Digital Negative) ein solches Ziel.

Dateinamenserweiterungen

RAW-Entwickler im Vergleich

Gut genug mit der faden Theorie kommen wir zur Praxis. Da ich ja Peoplefotograf bin hab ich die Bilder aus einen Shooting verwendet, weil mir vor allem bei einen RAW Entwickler folgende Kritierien wichtig sind: Geschwindigkeit, Schärfe, Details, Farbmanagement (vor allem die der Haut) und dann in weiterer Folge das User Interface.

Adobe Lightroom

Als ich mit dem Fotografieren anfing und mir die Creative Cloud geholt hatte, war Adobe Lightroom CC dabei und es war meine erste Berührung mit einem RAW-Entwicklungsprogramm. Zuallerst fühlt man sich anhand der vielen Einstellungsmöglichkeiten erschlagen, das legte sich aber nach den Studieren einiger Tutorials ganz schnell. Adobe Lightroom sehe ich als Consumer-Software an und wird im HighEnd Sektor eher weniger verwendet. Gründe dafür sind unter anderem das Tethering, weswegen Capture One in diesem Bereich eher die Nase vorne hat.

Der Vorteil von Lightroom ist eindeutig, das es maßenhaft Tutorials gibt, manche besser und andere wiederum schlechter, die einen schnellen Überblick in das User-Interface und seinen Möglichkeiten schafft. Zusätzlich bietet es eine Bilderdatenverwaltung, man kann Bilder fürs Web oder für den Druck direkt vorbereiten und dank zahlreicher Plugins hat man auch die Möglichkeit, seine Bilder direkt in Soziale Netzwerke wie Facebook, 500px, Flickr, YouPic und seit kurzem auch Instagram hochzuladen. Die Software ist insgesamt schnell im Rendering der Dateien und man bekommt schnell zu seinen Ergebnissen. Was mir persönlich an Lightroom nicht so behagt und diese waren auch der Grund für meinen Umstieg auf Capture One vor 1,5 Jahren, das ich das User-Interface nicht nach meinen Wünschen einstellen kann, das was man sieht sobald sich die Software öffnet, bleibt so ohne die Möglichkeit von individuellen Anpassungen betreffend der UI. Aber wie gesagt das ist für mich ein Grund, für andere ist das unter anderem der Grund warum man sich in Lightroom ziemlich schnell zurechtfindet. Aufgeräumt und schlicht ist wohl die treffendste Bezeichnung für das User Interface von Adobe Lightroom und sofern man keine feineren Retuschen oder Composings durchführt, benötigt man nicht einmal Photoshop (BTW: Das in Photoshop ebenfalls zum Einsatz kommende Adobe Camera RAW ist dieselbe Engine wie Lightroom nur vom User-Interface etwas anders aufgebaut).

Farbtechnisch bin ich vor allem mit Sony RAWs eigentlich nie so richtig zufrieden gewesen, Adobe bietet ein einheitliches „Adobe Standard“ Farbprofil an, welches aber bei Sony meiner Meinung nach abartig hässlich ist. Dazu gibt es zu beinahe jeder Kamera ein paar weitere Farbprofile die (zumindest in der Theorie) näher an den Original-Farben der jpg-engine der jeweiligen Kameras sein sollen. So gibt es dann bei Sony bspw. „Camera Standard“, „Camera Landscape“ usw. die den jeweiligen Picture Prodfiles in der Kamera entsprechen sollen. Unklar ist nach wie vor ob Adobe diese Profile selber erstellt oder ob diese vom jeweiligen Hersteller geliefert werden, jedoch sind diese auch nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und zwar meist „besser“ als das „Adobe Standard“ Profil, aber immer noch weit von „gut“ entfernt. Die Folge sind bei Sony Rohbildern je nach Weißabgleich ein Rot/Magenta-Stich, einen Grünstich oder sehr oft knallig orange Haut, die erstmal korrigiert werden müssen, bevor es an die eigentliche Retusche geht. Damals vor meinen Umstieg zu Capture One hatte ich auch das Gefühl, das in meinen Bildern Mikrokontraste in Lightroom verloren gegangen sind. Das kann natürlich auch Einbildung sein, aber dieselben RAWs waren in Capture One um ein vielfaches prägnanter als in Lightroom.

Fazit:

Insgesamt macht man mit Lightroom nichts verkehrt, 12€/Monat in der Creative Cloud, ständig neue Updates mit Bugfixes, neuen Features usw, die vielen PlugIns und Tutorials im Netz machen den Einstieg in die digitale Bildbearbeitung sehr viel einfacher. Trotzdem sehe ich es eher als Consumer-Produkt für die breite Maße (bitte das nicht falsch verstehen, ich meine das an dieser Stelle ganz wertfrei) ohne auf die Eigenheiten einzelner Farbprofile oder Kamera und Objektiv-Daten wirklich einzugehen, es sei denn man hat eine Canon-Kamera, da dürfte es besser funktionieren. Echte Killerfeatures sind bei Lightroom auch die Möglichkeit, via Tablet/Smartphone und der Cloud, seine Bilder bearbeiten zu können und dann am heimischen Rechner an den RAWs anwenden zu können.

Capture One Pro 10

Kommen wir zum meiner Meinung nach derzeit besten RAW-Entwickler auf dem Markt, Capture One Pro. Dieses RAW-Entwicklungsprogramm kommt aus dem Hause des Mittelformat-Kameraherstellers PhaseOne und da ist schon mal für uns Sony Fotografen der große Vorteil, da hier die Sensoren von Sony kommen und man hier schon enger mit PhaseOne zusammenarbeitet, so dass man hier schon bessere Ergebnisse schon beim Import hat noch bevor man einen Regler angefasst hat. Kürzlich habe ich hier sogar erfahren, dass sich PhaseOne nicht mit irgendwelchen Profilen der Hersteller begnügt, sondern sich genauso wie DxO die einzelnen Kameras und Objektive genauer ansieht und selbst testet und so zu eigenen Profilen für Capture One kommt.

Das User Interface mag am Anfang, wenn man von Lightroom zu Capture One wechselt möglicherweise den einen oder anderen erschlagen, aber es kann nach den eigenen Workflow und Vorlieben angepasst beziehungsweise als eigenen Workspace abgespeichert werden. So hab ich zum Beispiel aktuell 3 Workspace gespeichert: einen für die normale RAW-Entwicklung, eines für das Color Grading und eines für die Milchstraßenbilder. Genauso wie Lightroom ist es nicht nur ein „RAW-Entwickler“ es gibt dazu auch die Möglichkeit in Katalogen oder Sitzungen (Sorry das kann Lightroom nicht!) als Bilderdatenbank zu arbeiten, seine Bilder zu entwickeln und in diverse Programme zu exportieren zur weiteren Bearbeitung. Capture One war unter anderem auch dafür verantwortlich, dass ich meinen Workflow mittlerweile so geändert habe, das ich eigentlich nur noch die Retusche in Photoshop durchführe (D&B Retuschen wären mir in Capture One aktuell zu langwierig).

Von der Schnelligkeit her: Capture One übernimmt jede Veränderung der Regler sofort und rendert eigentlich nur nach, wenn man in das Bild auf 100% hineinzoomt. Bei den Reglern muss man sich Anfangs aber etwas zurücknehmen, vor allem wenn man von Lightroom kommt, in Capture One sind manche Regler so fein justiert, das man schnell extreme Ergebnisse produziert, die man eigentlich so nicht gewollt hatte.

Als Peoplefotograf liebe ich den Farbeditor in Capture One, der ist alleine schon das Geld für das Programm wert. Preislich ist die Vollversion für Sony User eine Kampfansage gegenüber Lightroom, denn diese kostet nur €50, mit der man dann zwar nur Sony RAWs bearbeiten kann, hat aber sonst den vollen Funktionsumfang. Dazu gibt es noch eine Express Version für Sony, die Gratis ist, jedoch aber ein paar Einschränkungen wie kein Tethering und keine Local Adjustments, keine Luma-Curve oder Farbkurven, usw. hat. Insgesamt ist die Express Version eher was zum reinschnuppern ins Programm, wer damit leben kann ist bei Capture One gut bedient mit der Express Version, für alle anderen denen das nicht reicht: 50€ für ein Programm, dieser RAW-Entwickler ist sein Geld echt wert.

Fazit:

Für mich ist Capture One Pro DER RAW-Entwickler auf dem Markt: anpassbare UI, schnelle Reaktionszeit, besseres Farbmanagement, schnelleres Tethering, ebenbasiertes Arbeiten, usw. Was ich mir zusätzlich noch wünschen würde, wäre eine Tablet-App, bei der ich unterwegs meine Bilder bearbeiten könnte und die dann wie in Lightroom später an meinen RAWs angewendet werden. Und ab und an vermisse ich manche Plugins, wie es sie in Lightroom zu hauf gibt. DxO Optics Pro 11 zum Beispiel gibt es auch als Plugin für Lightroom/Photoshop. Ingesamt meckern auf hohen Niveau, ich weiß aber ich wollte es nur erwähnt haben.

DxO OpticsPro 11

Als wir uns in unseren Facebook-Chat über RAW-Entwickler unterhalten haben viel unter anderem der Name DxO OpticsPro, kannte ich persönlich noch nicht, aber die UI und ein paar Videos brachten mich dazu, das Programm in den Vergleich mit hineinzuziehen. DxO wird vielen von euch ein Begriff mit den Kamera und Objektiv-Tests ein Begriff sein. Also Testversion runtergeladen und installiert. Bereits bei der Installation hat mich DxO Optics gefragt, ob ich das Programm StandAlone oder als Plugin für Lightroom oder Photoshop nutzen möchte (hab ich schon erwähnt das Capture One ein paar Plugin-Möglichkeiten fehlen?). StandAlone angeklickt und das Programm gestartet. Schon beim ersten Importieren von ein paar RAWs fragte mich das Programm, ob ich das dementsprechende Kamera- und Objektivprofil (In dem Fall waren es für das Sony FE 55mm 1.8 und das Zeiss Batis 85mm 1.8, sowie die Sony Alpha 7 I) hinzufügen möchte. Diese installiert und das Bild wurde sofort angepasst am dementsprechenden Profil. Die Geschwindigkeit von DxO Optics Pro 11 war durchwegs gut, was mich aber gestört hat, dass es eigentlich ständig neu rendern muss um die Veränderungen am Bild darzustellen.

Insgesamt macht das Userinterface einen aufgeräumten, modernen Eindruck und ist ziemlich dunkel gehalten. Böse Zungen könnten sagen, das man hier definitiv sich einiges bei Lightroom abgekupfert hat, aber ich komme nicht drumrum zu sagen, das für mich die Optik bei DxO Optics Pro 11 mehr anspricht.

Fazit:

Sehr interessante Software die mich positiv überrascht hat und es macht definitiv Spass damit zu arbeiten. Verbesserungsvorschläge wären beim Rendering zu erwähnen und das man für Capture One auch ein PlugIn entwickelt. Mein Kumpel Andreas (Elste) meinte, wenn man DxO Optics hernimmt und den Schärfealgorithmus von Capture One hinzufügt, wäre der RAW-Entwickler unschlagbar. Der Preis für die Software variiert je nach Version (zur Auswahl stehen Essential und Elite Edition) zwischen 129€ und 199€. Den Unterschied dieser beiden Varianten findet ihr im Screenshot darunter. Erwerben könnt ihr DxO Optics Pro 11 hier.

ON1 Photo 2017

Bekannt wurde ON1 mit einer Handvoll Einzel-Plugins für Photoshop. Daraus wurde nun ein Paket, welches als ON1 Photo RAW 2017 eine einheitliche Oberfläche bekam und nun als eigenständiger RAW-Entwickler mit einer Reihe von Foto-Effekten sich in den Markt drängt. Der Bildbrowser ist kein zusätzliches Modul, sondern ein Werkzeug für eure Bildauswahl. Importieren der Fotos fällt flach, man klickt das den Bilderordner einfach an und hat eine Ansicht von Vorschaubildern. Da ON1 Photo RAW 2017 auf Performance getrimmt ist, sollten auch große Megapixel-Dateien innerhalb einer Sekunde öffnen. Was es bei mir im Test auch sofort gemacht hat. Links oben hat man eine Metadatenansicht, Rechts die Regler für die diversen Einstellungen.

Raw-Engine

ON1 Photo RAW 2017 eine neue Engine zur RAW-Bearbeitung mit, inbegriffen sind Grundeinstellungen für Belichtung, Kontrast, Tiefen, Lichter, Dialogen für Farbanpassungen, Gradationskurven, Schärfen, Teiltonen und Gesichtsretusche. Neben RAW kann ON1 Photo auch Standardformate wie JPEG, PNG, TIFF und PSD. Mit Einstellungspinsel, Verlaufswerkzeug und Retuschepinsel könnt ihr eure Bilder auch selektiv bearbeiten. Mit dem Layers-Modul könnt ihr mehrere Bilder überlagen.

Effekte

Seine Stärken spielt ON1 Photo mit seinen Effektmodul aus. Hier stehen 13 thematisch geordnete Preset-Kategorien für beispielsweise Architketur-, Landschaft, Porträt oder Hochzeitsaufnahmen. Jedes Set enthält 24 Effektfilter wie etwa BleachBypass, Cross-Entwicklung, Fotofilter, Teiltonung, Vignettierung, uvm.

Das Programm läuft als PlugIn für Photoshop, Photoshop Elements und Lightroom und Standalone. Es beherrscht ICC Farbprofile und gibt die Bilder in JPEG, PNG, PSD oder TIFF aus. Der Funktionsumfang ist schon enorm und bedarf eines genaueren Tests.

Aber eines vorweg, ON1 Photo sehe ich schon fast auf ner Augenhöhe mit DxO Optics Pro und Capture One, gegenüber Lightroom hat man hier schon die Nase vorn, vor allem weil man hier auch direkt in Soziale Netzwerke teilen kann (ohne extra Plugin). Das User Interface ist aufgeräumt, das Programm arbeitet ganz nach Aussagen von ON1 sauschnell und man kann sein Bild mit lokalen Anpassungen und Presets nach Belieben tunen. Und Presets sind hier massig schon von Haus aus an Bord. Der Preis variiert je nach Version, die Unterschiede könnt ihr hier in der Grafik sehen:

Fazit:

ON1 Photo 2017 ist ein relativ neuer RAW-Entwickler der voll auf Performance getrimmt ist. Das merkt man auch bei der Bedienung. Änderungen an den Reglern werden sofort übernommen und genauso wie die anderen Programme davor verfügt es über eine Bilderdatenbank, ebenbasiertes Arbeiten, Presets usw. ON1 Photo wirkt schon fast wie die Eierlegende Wollmilchsau auf dem ersten Blick, aber um den Ganzen mehr auf den Zahn zu fühlen muss ich mich eingehender damit beschäftigen, das würde hier den Rahmen sprengen, also hole ich das in einen Extra Artikel nach.

Beziehen könnt ihr ON1 Photo RAW 2017 direkt auf der Homepage

Image Data Converter by Sony

Wie jeder andere Kamera-Hersteller auch, bietet Sony auch einen eigenen RAW-Entwickler an, bei Sony nennt sich der schlicht Image Data Converter und ist mittlerweile in der Version 5 über die eigene Homepage zu beziehen. Jedoch weiß ich bisher nicht, was sich Sony hier bei diesem Programm gedacht hat: langsam, fehleranfällig, Programmabstürze, usw. Wenn man dieses Programm bedient, dann ist die Sanduhr(Windows) oder der „Regenbogen-Ball des Todes“ (Mac OS) ein ständiger Begleiter und sei es nur um ein Bild auf der Festplatte auszusuchen.

Hat man dann erstmal ein Bild in der Entwicklungsansicht drinnen findet man ein paar Regler vor, die bei mir aber zumeist nur mit den Plus und Minus-Zeichen an den Seiten der Regler überhaupt bedienbar waren. Im Prinzip sollte es möglich sein, die Farben abgestimmt zu exportieren und dann weiter mit einen anderen Programm wie Photoshop zu arbeiten, jedoch ging bei mir die Farbanpassung schon nicht und die Haut des Models wurde dargestellt, als ob sie zulange in der Sonne war, was definitiv nicht der Fall war. In der Windows Version sollte man die Farbdarstellung zusätzlich nach den kalibrierten Monitor darstellen können, dies klappte in meiner Mac-Version nicht, weil ich nur Adobe RGB, sRGB und Wide Garmut RGB auswählen konnte. Ob man so halbherzig das Programm entwickelt hat in dem Wissen, dass man sowieso mit PhaseOne bzw Capture One ein besseres Programm zur Verfügung hat? Keine Ahnung, aber den Anschein hatte es bei mir zumindest.

Wenn man genügend Zeit hat, bis ein Bild entwickelt wurde, dann kann man das Programm gerne nutzen, empfehlen kann ich diesen RAW-Entwickler nicht.

RAW Interpretationen der RAW-Entwickler in Vergleich

Natürlich wollte ich auch den direkten Vergleich haben, wie meine RAW-Datei vom jeweiligen RAW-Entwickler interpretiert wird beim Import, das es Unterschiede gibt, war mir von Anfang an klar, aber das es teilweise so extreme Unterschiede gibt, hätte ich mir dann doch nicht erwartet. Bei fast allen der getesteten Programme hatte ich zunächst mit einer rötlichen Haut zu kämpfen, die sich aber immer schnell beheben ließ:

Adobe Lightroom
Unbearbeitet nach Import in Lightroom
Nach der Entwicklung
Capture One Pro
DxO Optics Pro
ON1 Photo RAW 2017
Image Data Converter

Welcher ist nun der beste RAW-Entwickler für meine Sony RAW Dateien? – Mein Fazit

Mein Fazit möchte ich nicht nur aufgrund der Farbinterpretation der jeweiligen Programme festlegen, ich hatte ja eingangs erwähnt, das es da für mich mehr gibt wie Schärfe, Details, Userinterface und nicht zuletzt auch die Geschwindigkeit, daher fällt meine Vergleich so aus:

  1. Capture One Pro 10
  2. ON1 Photo RAW 2017
  3. DxO Optics Pro 11
  4. Adobe Lightroom CC (2017)
  5. Image Data Converter

Capture One Pro bietet für mich das beste Gesamtpaket von allen RAW-Entwicklern in Sachen Performance, Details, UI und Farbdarstellung bzw Farbmanagement. Man merkt die Zusammenarbeit mit PhaseOne und es ist das einzige Programm, welches sich auch explizit um die Hauttöne zu kümmern vermag. Anschließend und das kam für mich überraschend kam der Branchenneuling auf den zweiten Platz, zu dem ich noch genauer in einen weiteren Artikel eingehen möchte. Hier war es eine knappe Entscheidung zum Vorteil von Capture One Pro und es zählt nicht umsonst zum besten RAW-Converter auf dem Markt. DxO Optics überzeugt mit seinen Objektiv-Profilen, Farbmanagement und User-Interface, hat aber klare Einbußen bei mir in Sachen Performance, das fast ständige Rendering nervt einfach. Bei Adobe Lightroom gefiel mir die Farbinterpretation der Hauttöne nicht (entweder Rot-/Magentastich oder gar Orange). Das Userinterface ist für mich eher altbacken, während es in Sachen Performance unter den Top 3 aller Programme anzusiedeln ist. Insgesamt bleibt Lightroom einfach ein Consumer-Produkt für die breite Masse und gewährt einen leichten Einstieg in die Bildbearbeitung, da genügend Tutorials, Presets und Plugins vorhanden sind. Aber ehrlicherweise muss man dazu sagen, dass mit jeder Software mit etwas Einarbeitungszeit gute Ergebnisse erzielt werden können, außer eben mit den letzplatzierten Programm: dem Image Data Converter vonSony. Dieser wäre schon fast aus meinen Vergleich rausgeflogen, weil hier so gut wie garnichts hinhaut (wohlgemerkt zumindest in der Mac-Version des Programms! bei Windows soll zumindest das Farbmanagement besser hinhauen), die Software ist langsam und das User-Interface erinnert mich zweitweilig an Paint. Wenn man EIN Bild entwickelt, mag das noch ok sein, wenn man aber mehrere Bilder aus einen Shooting oder gar einer Hochzeitsreportage entwickeln will, dann ist diese Software ganz klar die Falsche.

Kommentar verfassen