Samyang 135 F2 – Review

Browse By

Das Samyang 135 F2 ist ja nun schon eine ganze Weile (seit Beginn 2015) auf dem Markt und man sollte meinen mittlerweile wissen alle über dessen Qualitäten Bescheid, dennoch werde ich immer noch regelmässig gefragt „wie es denn wäre?“ und „ob ich es empfehlen könne?“. Also habe ich mich entschieden nochmal ein Review zu dieser Linse zu schreiben.
Es liegt mittlerweile bei etwa 500 € und ist für nahezu alle Kamera-Anschlüsse zu haben. Die native Sony E-Mount-Version ist dabei ein klein wenig länger als die DSLR-Versionen, da es im Prinzip einfach die DSLR-Version mit drangebautem E-Mount-Adapter ist.

SAMYANG 135 F2 – Erster Eindruck

Das Samyang 135 F2 kommt relativ schlicht verpackt daher. Beilagen waren der übliche Objektivbeutel, Streulichtblende, die Objektivdeckel sowie ein Beilagezettel mit ein paar Informationen zur Linse.
Das Objektiv selbst fällt zuallererst durch dessen Grösse und Gewicht auf. Die E-Mount-Version ist 148,1 mm lang und wiegt 840g. Bestehend aus dem heutzutage typischen „High Quality Plastik“ fühlt es sich dennoch wertig an. Der Fokusring dreht sich eher schwergängig, was aber meiner Meinung nach genau richtig ist um damit genau fokusieren zu können. Erfreulich dabei ist, dass er mit 180° relativ weit drehbar ist. Der Blendenring fühlt sich genau richtig an mit sehr spürbaren Einrastungen.
Die ersten schnellen Testbilder überzeugen vom ersten Bild an und liefern genau das, was man von 135mm erwartet: Extreme Freistellung selbst bei grosser Distanz zum Motiv.


Samyang 135 F2 | OOC | F2 | ISO200

Samyang 135 F2 | F2 | ISO320

F2 | ISO200

SAMYANG 135 F2 – Schärfe

Das 135er Samyang ist selbst bei Offenblende schon abartig scharf und braucht sich dabei nicht vor Linsen wie dem FE 55 1.8 und dergleichen zu verstecken. Ein Canon L 135 F2 lässt es sogar ziemlich mühelos hinter sich. Selbst in den äußersten Bildecken ist kein wirklicher Abfall der Schärfe erkennbar und es löst nahezu identisch hoch auf wie das Zeiss 135 F2 APO (welches wiederum oft als inoffizielles „Otus“ betitelt wird). Und das für einen Bruchteil des Preises!
Auch bei der Astrofotografie ist es nutzbar und weist keine Comas auf und aufgrund der sehr geringen Nahdistanz eignet es sich auch ideal für sehr nahe Kopfportraits bei denen man sonst geneigt ist zu einem Makro-Objektiv zu greifen.

Enorme Detailschärfe

Bildausschnitt

Auch bei Offenblende kein Abfall der Schärfe

Ermeut ein Bildausschnitt … bei F2 !

SAMYANG 135 F2 – Vignettierung

Der einzige Bereich in dem das Samyang wirklich schwächelt und deutlich hinter seiner Konkurrenz liegt. Bei F2 beträgt der Helligkeitsabfall im Maximum ganz aussen mehr als 50% und selbst bei f5.6 ist noch ein kleiner Rest von etwa 10% Vignettierung übrig. Da es auch keine Objektivprofile zum Samyang gibt muss man diese Vignettierung manuell entfernen.

Hier ist die Vignettierung noch zu erkennen

Ebenfalls noch erkennbare Vignettierung bei F2.8

SAMYANG 135 F2 – Chromatische Aberration

Hier lässt das Samyang 135 F2 dafür wieder die Muskeln spielen. Im Praxiseinsatz warte ich heute noch auf das erste Bild bei dem mir chromatische Aberrationen im Bild begegnen. Selbst in absoluten Extremsituationen schlägt es sich tadellos und erneut spielt es hier in der Liga vom Zeiss APO oder einem Zeiss Otus.

Auch die hellen Kanten des Geländers weisen keine CA’s auf

F2 | ISO200

SAMYANG 135 F2 – Gegenlichtverhalten

Beim Gegenlichtverhalten liegt es irgendwo zwischen dem Canon L 135 F2 und dem Zeiss 135 F2 APO. Es kann Flares erzeugen wenn die Sonne direkt im Bild ist, diese bleiben aber in der Regel kleiner als beim Canon und die Kontraste bleiben erhalten.

Samyang 135 F2 bei Gegenlicht

Die erzeugbaren Flares können durchaus bewusst eingesetzt werden

SAMYANG 135 F2 – Verzeichnung

Bei der langen Brennweite muss man sich natürlich nicht gross mit Verzeichnung befassen, wie alle 135er ist sie praktisch nicht vorhanden.

Verzeichnungen sind bei 135mm natürlich kein Problem

Durch die nicht vorhandene Verzeichnung auch im extremen Nah-Bereich bei Portraits sehr gut geeignet

SAMYANG 135 F2 – Fazit

Für jeden, der mit dem manuellen Fokus keine Probleme hat, gibt es eine klare Kaufempfehlung. Und selbst für jene, die sich da eher unsicher fühlen, ist es vielleicht einen Versuch wert, da ich bisher mit keiner anderen Linse so mühelos manuell fokusieren konnte. Durch die extreme Freistellung bei gleichzeitig hoher Schärfe ist selbst ohne die Hilfsmittel Fokuslupe und Peaking oft schon sehr genaues Fokusieren im Sucher möglich, was man so in der Form bei kürzeren Brennweite nicht hat. Zumindest jeder mit elektronischem Sucher sollte das Samyang 135 F2 in Betracht ziehen, denn man erhält hier für ewa 500€ ein Objektiv welches in weiten Teilen mit dem beinahe 2000 € teuren Zeiss APO mithält und alle anderen 135er auf dem Markt deklassiert. Vielleicht mit der Ausnhame vom Sony/Zeiss 135 1.8 mit AF für A-Mount, welches bei der Schärfe ebenfalls mithält, bei weiter Distanz sogar noch ein etwas weicheres Bokeh hat, dafür aber noch schwerer als das Samyang ist und bei Offenblende mit Purple Fringing zu kämpfen hat … und preislich beinahe genauso teuer wie das Zeiss APO ist.
Bisher waren Saymang Objektive ja eher „für den Preis echt okay“ wenn man die Bildqualität beurteilte, aber das Samyang 135 F2 spielt mühelos in der obersten Liga mit und man darf gespannt sein was da in Zukunft noch so kommt von den Koreanern.

Vielen Dank für’s Lesen. 🙂
Andreas Elste

Mehr auf https://www.facebook.com/andreas.elstefotografie

und hier noch ein paar weitere Bilder mit der Kombination Sony A7 und dem Samyang 135 F2







Kommentar verfassen