Milchstraßenfotografie – Lektion 2

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Heute gibt es eine genauere Anleitung, wie man im Rahmen der Milchstraßenfotografie gute Bilder mit der „Kleinen“ hinbekommt.

Milchstraßenfotografie mit der „Kleinen“

Im Rahmen eines Workshops habe ich begonnen, mit den Kleinen (hier sind APSC-Modelle gemeint) zu experimentieren! Die Ergebnisse haben sogar mich positiv überrascht! Klar, an meine geliebte A7s reicht die Qualität nicht ganz heran, das wäre auch vermessen das zu erwarten, dennoch kann man sehr gute, qualitativ hochwertige Aufnahmen erstellen!
sorry, heute mal mehr Text und weniger Bilder 😉

Die Grundausstattung

Was ist wichtig? … Ihr braucht eine lichtstarke Festbrennweite, am besten f1.8, noch besser f1.4! Ob das jetzt das ein 35mm f1.4 ist, oder ein 50mm f1.8 ist dabei erst mal egal, ebenso geht auch ein Walimex 12mm f2.0, hier ist die Vorgehensweise aber wie in Lektion 1 geschrieben! Viele fragen sich jetzt: “50mm? an einer APSC-Kamera?” … JA, genau das brauchen wir hierfür 🙂
Der Trick: … An den kleinen fehlt es immer an der ISO-Leistung, also quasi am Licht! Einzel-Aufnahmen die wir mit ISO6400 machen, können den “großen” einfach nicht das Wasser reichen! Daher bin ich auf folgende Idee gekommen. … Wenn ich nun mit 50mm viele Aufnahmen mache, und diese zu einem Panorama zusammensetze, so hab ich doch einen sehr schönen Blick auf die Milchstraße (man sieht viel). Das 50mm Panorama hat jedoch wesentlich mehr Megapixel (100MP-200MP), als es eine Einzelaufnahme (24MP) hätte! Dies widerum bedeutet aber, dass sich beim “verkleinern” der Aufnahme auf gemäßigte 36MP oder 24MP das Rauschen quasi in Luft auflöst! ein weiterer Pluspunkt … Wir können uns etwas Licht erschummeln! Während man bei Einzelaufnahmen genauestens auf die Belichtung achten muss, damit die Sterne ja keine Zieher werden, kann man bei Panoramen etwas länger belichten, denn leichte Zieher fallen auf dem endgültigen Bild nicht mehr auf! So könnt ihr quasi den Vorteil einer Vollformatkamera “wegbelichten”.

Die Vorgehensweise bei der Milchstraßenfotografie

Wie geht man also vor? … Ihr sucht euch einen schönen Platz mit schönem Vordergrund aus, dieser muss natürlich entsprechend eurer Brennweite etwas weiter weg sein :). Danach fokussiert ihr auf die Sterne, und erstellt eine Reihe aus fünf oder mehr Hochkantbildern (später können dann auch drei Zeilen gemacht werden, je mehr Aufnahmen ihr macht, desto größer wird euer Panorama)! Hier könnt ihr ca. 50% länger belichten, als ihr es sonst machen würdet (statt 5s bei 50mm also knapp 8s) Achtet dabei auf eine Überlappung von ca. 40-50% pro Bild, so habt ihr es beim Zusammenfügen einfacher! Danach ladet ihr die Bilder in Lightroom oder Photoshop, und verringert das Rauschen via Luminanz soweit, dass das Einzelbild richtig “weichgezeichnet” ist! (Details sollten natürlich noch vorhanden sein) Anschließend setzt Ihr sie zu einem Panorama zusammen, und bearbeitet dieses wie in der nächsten Lektion beschrieben! Danach verkleinert ihr es auf eure gewünschten Maße (6000px Kantenlänge zum Beispiel) und schärft es zuguterletzt ordentlich nach 🙂 . Nun habt ihr eine relativ rauschfreie Milchstraßenaufnahme mit sehr vielen Details ohne teurem Equipement 🙂

Warum der Umweg über ein Panorama

Warum den Umweg über die lange Brennweite? … Der Vorteil liegt auf der Hand. Ihr könnt dadurch wesentlich mehr ISO fahren als gewöhnlich, und habt am Ende trotzdem ein gutes Ergebnis! Details lassen sich mit Hilfe dieser recht simplem Technik wesentlich besser herausarbeiten, da das Rauschen “wegfällt”
Hier noch eine Einzelaufnahme mit APSC (ich hab hier allerdings nicht mit der Belichtungszeit geschummelt)

Sony A6000, Mitakon 50mm f0.95

und hier das fertige Panorama

Sony A6000, Mitakon 50mm f0.95, Hochkantpanorama aus 8 Aufnahmen

 

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