Milchstraßenfotografie – Lektion 1

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In der ersten Lektion der Milchstraßenfotografie geht es darum, wie man überhaupt solche Aufnahmen im Astro Bereich erstellt.

Was braucht man um die Milchstraße einfangen zu können

  • Das Wichtigste ist natürlich erst mal die Kamera (DSRL oder Systemkamera von Vorteil). Ob dies eine APSC oder Vollformat Kamera ist, spielt keine Rolle, es lassen sich mit beiden wunderbare Ergebnisse erzielen!
  • Des Weiteren braucht ihr dann das passende Objektiv. Dieses sollte möglichst lichtstark sein (Blendenwerte von f0.95-f2.8 sind wünschenswert) und von der Brennweite zwischen 10mm und 50mm liegen. Eine typische Einsteigerlinse ist z.B. ein Tokina 11-16 f2.8 für APSC, oder aber ein Tamron 15-30 f2.8 für Vollformat. Es lassen sich jedoch auch brauchbare Ergebnisse mit dem Kitobjektiv realisieren! Generell kann man sagen, dass man mit nahezu jeder Linse ein brauchbares Ergebnis erhält, wenn man weiß wie (dazu später mehr).
  • Neben Kamera und Objektiv ist natürlich noch ein Stativ unbedingt von Nöten, da es sich beim Sterne fotografieren ja um Langzeitbelichtungen handelt.
  • Wenn man es etwas intensiver betreiben möchte, dann kann man sich auch noch über eine Nachführung Gedanken machen, diese ist jedoch kein Muss.
  • Ganz wichtig, und da werden manche evtl. schmunzeln, ist der PC mit einem Bearbeitungsprogramm wie Lightroom und/oder Photoshop, was daran liegt, dass Aufnahmen, die in der Nacht gemacht wurden sehr kontrastarm sind, und somit eben bearbeitet werden müssen, sonst schaut es schnell „fad“ aus

Milchstraßenfotografie – Wie stellt man die Kamera und das Objektiv richtig ein

  • Wie man die Kamera richtig einstellt, daüber kann man ein ganzes Buch schreiben. Grob kann man jedoch sagen, dass die richtige (max.) Belichtungszeit an der APSC in etwa 300/Brennweite entspricht, an einer Vollformat in etwa 450/Brennweite. Ursprünglich hieß es mal 500/Brennweite. Jedoch gilt anzumerken, dass diese „500ter-Regel“ noch aus den analogen Zeiten stammt, und in der heutigen Zeit die meisten Sensoren eine wesentlich höhere Pixeldichte aufweisen, und somit die Sterne schneller ziehen! Daher ist diese Regel zum groben einschätzen gut geeignet, danach muss man aber die Belichtungszeit noch anpassen!
  • Wer gleich auf die richtigen Daten zur Belichtung der Milchstraße zurückgreifen mag, kann auf den Astrorechner von Leonhard und mir zurückgreifen. Hier gebt ihr an, was ihr für eine Kamera habt (APSC, Vollformat, etc.) und wie viele Pixel euer Sensor auf der langen Seite hat (bei 24MP sind das zum Beispiel 6000). Dann wählt ihr aus, welche Brennweite Ihr benutzen wollt, und zuguter letzt noch, welche Blende! dann errechnet euch der Rechner alle weiteren Werte zuverlässig und genau.   >>>  http://astrocalc.bplaced.net/  <<<
  • Die Werte die der Astrorechner für die ISO ausgibt, sind IDEAL-Werte für die maximal mögliche Dynamik in der Milchstraße! Das bedeutet nicht, dass ihr die Kamera auf Teufel komm raus auf diesen ISO-Wert einstellen müsst, wenn sie es kann, solltet ihr das aber tun (Sony A7s Besitzer zum Beispiel). Grundsätzlich kann man sagen, dass an einer normalen aktuellen Vollformat ISO 6400 kein Problem darstellt, ebenso wenig an einer APSC ISO 3200 (dies sind die Werte, die ihr euch für die ISO merken könnt, Belichtungszeiten lest ihr am Rechner ab)
  • Das Objektiv solltet ihr fast immer auf Offenblende nutzen in der Nacht, denn in der Nacht ist kein Licht zu verschenken, und von der ISO her ist man auch eingeschränkt! Wenn euer Objektiv also f1.4 kann, dann nutzt ihr das aus!
  • Das Objektiv sollte auf undendlich fokussiert werden (manuell, denn der Autofokus wird in der Nacht nicht greifen). Die wenigsten Objektive aber haben ihren optimalen Fokus wirklich auf „unendlich“. Meistens muss man ein Stück zurückdrehen. Wenn ihr ein lichtstarkes Objektiv habt, dann seht ihr die sterne durch den Sucher und stellt den Fokus so ein, dass die Sterne am kleinsten sind. Am Anfang erfordert das ein wenig Übung, mit der Zeit geht das aber sehr gut und sehr schnell. Man kann auch am Tage schon vorfokussieren, auf einen weit entfernten Gegenstand, und sich den Fokuspunkt am objektiv merken. Sony-Nutzer nutzen die Fokuslupe und das Fokuspeaking.

In welcher Richtung, wann und wo (ortsmäßig) findet man die Milchstraße

  • Die erste Frage ist nicht wirklich zu beantworten, da es Orts-, Jahres- und Tageszeitenabhängig ist. Das Zentrum ist im deutschsprachigen Raum jedoch zwischen März (Südosten) und September (Südwesten) zu finden. während sie im April noch recht flach am Horizont liegt, steht sie im September senkrecht über dem Horizont.
  • Auch die zweite Frage lässt sich nur schwer beantworten, jedoch kann man grob sagen, dass das Zentrum im März ab 4Uhr zu sehen ist, und ab da jeden Monat eine Stunde früher. Im August könnt ihr also schon um 11Uhr nach draußen gehen um die Milchstraße zu fotografieren.
  • Ein zweites „Wann“ bezieht sich auf den Mond. Ideal sind hier die Tage um den Neumond rum. Jedoch kann man mit etwas Erfahrung bis ca. 5Tage vor uind ab 5Tage nach dem Vollmond schöne Abbilder der Milchstraße erstellen.
  • zur letzten Frage kann man grob sagen: „Je weiter südlich ihr seid, desto besser“. Während man im Alpenraum die Milchstraße von März bis September gut fotografieren kann, fallen an der Nordsee die Monate Juni und Juli weg, da es hier nicht mehr wirklich dunkel wird (astronomisch gesehen). Fahrt ihr weiter in den Süden (Mallorca, Gran Canaria) so habt ihr fast das Ganze Jahr das Vergnügen, und wer sich noch weiter Richtung Äquator, oder gar Südhalbkugel bewegt, braucht sich nur auf den Boden legen, und schon sieht man das Zentrum hoch am Himmel!

Welche Kamera und welches Objektiv ist die richtige Kombination für die Milchstraßenfotografie

  • Ich für meinen Teil habe meine Traumkombination in der Sony A7s mit dem Zeiss Batis 25 f2.0 gefunden. Die Kamera ist ohne Probleme bis ISO16000 Nachts nutzbar, und liefert somit schon mal eine sehr solide Basis, da ich durch die große Offenblende meines Objektives diesen ISO Wert nie erreiche! Brauch ich mehr Weitwinkel, erstelle ich einfach Panoramen!

Sony A7s, Hochkant-Panorama

  • Falls ich mehr Tele brauche (also ein größeres Milchstraßen-Zentrum), nutze ich mein Mitakon 50 f0.95

Sony A7s, Mitakon 50mm f0.95

  • Nun noch zu den „Kleinen“, also den APSC-Kameras. Hier finde ich, dass die A6000 eine unglaublich gute Figur macht! Gepaart mit dem Walimex 12mm f2.0, dem Sony FE28 f2.0 oder dem Mitakon 50 f0.95 eine wirklich sehr gute, und vor allem sehr günstige Kombination! Als ich diese getestet habe, hatte ich auch zahlreiche andere Kameras in der Hand, und JA, es geht und gelingt mir mit jeder, aber Sensortechnisch ist das was Sony da abliefert gerade für Astrographie momentan das Maß der Dinge! Die A6000ter Kombination wird nur noch durch die A6300ter geschlagen. Anbei zwei weitere Bilder

Sony A6000, Mitakon 50mm f0.95

 

Sony A6300, Walimex 12mm f2.0

  • Nun noch der Beweis, dass es auch mit Canons „Kleinster“ geht.

Canon 1100D, Walimex 85 f1.4, Panorama

Hiermit komm ich nun zum Ende der ersten Lektion. Ich hoffe es hat euch gefallen, in der nächsten Lektion der Milchstraßenfotografie lest ihr, wie man mit den kleinen solche Aufnahmen wie oben erstellt!

Wer mag, kann sich auch gern nochmal bei mir umschauen 🙂 https://www.facebook.com/landscapesbynmps/

Grüße, Euer Nicolas

Hier gehts weiter zu Lektion 2

2 thoughts on “Milchstraßenfotografie – Lektion 1”

  1. Thomas Schöpfel says:

    http://astrocalc.bplaced.net/
    ist leider nicht mehr ereichbar 🙁

    1. Roman Hammer says:

      ich gebe Nicolas Bescheid. Vielen Dank für deine Rückmeldung.

      Gruss Roman

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