IRIX 15 f2.4 – Review

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Mit dem Irix 15 mm f/2.4 haben preisbewusste Landschaftsfotografen eine ideale Optik zur Verfügung. Eine kurze Brennweite von 15mm, eine Offenblende von f/2.4 ist das Irix 15 mm auch ideal für den Einsatz bei Nacht. Ihr habt noch nichts von Irix gehört? Nun der Objektiv-Hersteller ist eine schweizerisch-koreanische Kooperation, welches nun als Erstlingswerk das Ultraweitwinkel-Objektiv auf dem Markt brachte. Für mich als Landschafts- und Milchstraßen-Knipser auf jeden Fall ein interessantes Glas, welches ich unbedingt auf Herz und Nieren prüfen wollte.

positiver erster Eindruck

Öffnung an der Gegenlichtblende für den Polfiltereinsatz

IRIX 15 f2.4 – erster Eindruck (Firefly Version)

Mein erster Eindruck, als ich den Kartoon vom Ebay Händler mit dem Irix 15 aufgemacht habe, war sehr gut! Das Firefly kommt in einer weißen Blech-Box daher, fühlbar der Aufdruck [IRIX], und darin in schönem dickem Schaumstoff verpackt liegt das Objektiv! Das Zubehör welches mitgeliefert wird ist top! Ein Schutzbeutel für das Firefly aus schönem weichem Material, mit einer sehr guten Verstärkung an der Unterseite um die Linse zu schützen! Des weiteren zwei rückwärtige Objektivdeckel, was ich persönlich sehr gut finde, hab ich doch selber schon mal den ein oder anderen verlegt!

So, nun erst mal das Objektiv rausziehen und begutachten … Es liegt sehr gut in der Hand und obwohl ich die günstigere, da leichtere Version aus Plastik bestellt habe, bin ich positiv überrascht, da sich das Material wirklich wertig und gut anfühlt. Der Fokusring lässt sich sauber drehen, und auch sonst scheint alles sehr gut verarbeitet zu sein. Also, ab damit auf die Kamera 😉

IRIX 15 f2.4 – die ersten Bilder

Mein erstes Bild war natürlich meine Kaffetasse in Nahdistanz … OHA … was für eine Schärfe bei Offenblende … Ich bin begeistert, sowas hab ich im Ultraweitwinkelbereich noch nicht gesehen! Also raus an die frische Luft und dort im Landschaftsmodus testen ;). Die Begeisterung der Schärfe bei Nahdistaanz lässt mich so einiges erwarten, aber irgendwie will das Bild schon im Sucher nicht richtig scharf werden. Nein – das liegt nicht an mir, ich fotografiere und fokussiere seit zwei Jahren ausschließlich manuell. Es scheint mir, als wird alles was weiter weg ist, nicht scharf, egal wie weit ich den Fokusring drehe, es wird zwar schärfer, aber wenn ich am Anschlag bin ist es immer noch nicht scharf! Also am Abend noch mal bei Sternen ausprobiert (denn nichts zeigt Schwächen eines Objektives besser als Sterne) und siehe da, dicke runde Bälle, aber keine Sterne! Also die Abdeckung der Fokuskalibrirung abschrauben (kleine Torx wird benötigt) und dann den Fokusfeststellring festdrehen und die Klemmschraube (Schlitz) lösen. danach kann man das Feingewinde, mit dem sich das Linsensystem verschieben lässt drehen. Nach rechts bedeutet weiter Richtung Unendlich, nach links, näher ran. So kann man die Unendlichkeitsrasterung des Objektives perfekt einstellen. Zwei/drei Testshots, und alles wieder festschrauben. Ging einfacher als gedacht. Also wieder ab nach draußen und Sterne knipsen. Endlich bin ich zufrieden mit der Schärfe, und zwar sehr.

Focus Calibration an der Unterseite

Ergebnis nach der Kalibrierung

IRIX 15 f2.4 – Schärfe

Das objektiv ist bereits bei Offenblende (nach den oben erwähnten anfänglichen Schwierigkeiten) sehr scharf, und das über das komplette Bild. Selbst an den Rändern findet man wenig zu meckern, und sogar ich als Zeiss batis verwöhnter Komahasser finde wenig auszusetzen. (Für Sternenliebhaber: Es sind leichte Komata vorhanden, die sich in Form von Flugzeugen präsentieren. Diese sind aber nicht sehr stark ausgeprägt, und fielen mir erst ab 24MP in 100%ansicht auf).  Abblenden ist in der Nacht quasi nicht notwendig, und somit bleibt es vorerst in meinem Objektivfuhrpark, da es im Moment nichts besseres (lichtstärkeres) im Ultraweitwinkelbereich gibt, und die Konkurenz ihren Job eben schlechter macht was Schärfe und Komata betrifft. Abblenden auf f5.6-f8 führt zur maximalen Schärfe am Tag, darüber kriegt man Beugungsunschärfe, die bei komplett geschlossenescher Blende extrem ist.

IRIX 15 f2.4 – Vignettierung

Die Vignettierung ist beim Irix deutlich zu sehen, aber nicht weiter störend oder zu beheben. Sie hält sich bei Offenblende im Bereich von ca. 1Blende, was in etwa meinem Zeiss Batis entspricht, beim Abblenden nimmt die Vignettierung natürlich ab.

OOC – Vignette bei Offenblende

IRIX 15 f2.4 – Gegenlichtverhalten

Irgendeine Schwäche muss das Objektiv ja haben, und ja, es ist das Gegenlichtverhalten, wie auch in den Kommentaren bei Amazon zu lesen ist. Der Blendenstern ist zwar schön, kann man die Sonne aber nicht hinter irgendeinem Baum verstecken wie beim Eibsee-Bild, wird es sehr schnell sehr flarelastig. Klar, man kann sich behelfen, und zwei Aufnahmen machen (eines davon mit abgedeckter Sonne), aber Blendenstern-OneShot-Fetischisten wird das nicht gerade begeistern. Ansonsten passen auch bei Gegenlicht die Kontraste gut bis sehr gut.

Flare gefällig? … Extremsituation

IRIX 15 f2.4 – Verzeichnung

Hierüber gibt es leider oder besser gesagt Gott sei Dank nichts zu berichten, da das Objektiv quasi nicht verzeichnet! Selbst bei Offenblende bleiben die Linien schön gerade, was gerade für Architekturfotografen wirklich goldwert ist.

minimalste bis keine Verzeichnung erkennbar

IRIX 15 f2.4 – Fazit

Alles in Allem würd ich für meinen Teil sagen, dass das IRIX 15 f2.4 das Prädikat empfehlenswert verdient hat. Es ist über weite Strecken erhaben, und macht einen wirklich sehr guten Job. Einzig die Flareanfälligkeit ist mein Kritikpunkt, ansonsten bin ich persönlich voll und ganz zufrieden, das erste mal bei einem UWW-Objektiv.

Danke fürs Lesen 🙂

Euer Nicolas, mehr auf https://www.facebook.com/landscapesbynmps

Anbei seht ihr noch ein paar Photos mit Bildern, die ich mit dem IRIX gemacht habe, falls Interesse besteht, kann ich gerne noch einen Ordner mit OOC-Bildern nachliefern.

Erste Nachtaufnahme unter realen Bedingungen: f2.4, ISO6400, 20s, Sony A7

Morgenstimmung am Eibsee: f8, ISO100, 5s, Sony A7

Silberdistel im Nahbereich: f2.4, ISO100, 1/200, Sony A7

Blendenstern der Sonne am EIbsee: f11, ISO100, 1/50, SonyA7

 

Kapelle Maria Rast: f5.6, ISO200, 1/15, Sony A7

 

3 thoughts on “IRIX 15 f2.4 – Review”

  1. Oliver says:

    Hallöchen,

    welche Version des Objektivs hast du gekauft? Nativ gibt es da ja leider nicht fürs E-Bajonett. Vielleicht schreibst du ja noch ein bisschen was über das Adaptieren.

    Liebe Grüße, Oliver!

    1. Roman Hammer says:

      Nicolas hat die Nikon-Version gekauft.

  2. Anja Kallenbach says:

    Hallo, da es das Objektiv ja nicht für emount gibt, welchen Adapter hast du benutzt? Danke.

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